Mit einem mehr als unangenehmen Gefühl in der Magengegend betreten wir die Praxis und werden sehr freundlich empfangen. Für 11:30 wurden wir bestellt, der Termin sollte um 12:00 stattfinden, soweit in Ordnung, weil ich vor der Untersuchung jede Menge auszufüllen und zu lesen hatte. Und wir ja unheimlich zeitnah (einen Tag später) diesen wichtigen  Termin bekommen haben, waren wir froh, überhaupt so schnell dort sein zu dürfen.

Kleiner „Schock“ unsererseits war, das der Große bei der ersten Untersuchung nicht dabei sein darf und ich somit alleine die Untersuchung erleben muss. Im Nachhinein aber völlig in Ordnung, da der Schall recht lange war und sicher viele Kinder Angst bekommen könnten und die Ärzte sich konzentrieren müssen. Ich war nur froh, das mein Gatte mit war, sonst hätte ich den Termin knicken können. Aber uns wurde gesagt, das meine Männer gerne etwas später, wenn das Gröbste vorbei ist, dazukommen dürfen.

Auf Nachfrage ergab sich dann noch etwas Wartezeit, weil die Babys wohl alle nicht so zeigefreudig waren heute. 🙂 Wir wurden immer auf den neusten Stand gehalten, wie es ums Warten aussieht, was ich äußerst positiv empfinde und eigentlich für normal ansehe. Wie oft habe ich schon mit Termin über eine Stunde warten müssen, ohne jegliche oder falsche Information. Eine tolle Praxisorganisation und das obwohl dort vier Ärzte arbeiten und es eine sehr große Praxis ist.

Kurz vor eins dürfte ich dann zu der Ärztin, die zuerst mit mir die Vorgeschichten durchging und erklärte, das sie nicht nur den „Problembefund Hoden“, sondern das gesamte Kind untersuchen wird. Und dann ging es auch schon zum Schall rüber. Ich glaube, die Ärztin hat sicherlich eine halbe Stunde geschallt, viel erklärt, gezeigt und auch immer direkt „Schön, sehr schön.“ gesagt, was mir unheimlich geholfen hat, die Zeit zu überstehen. Ich kann, meiner Meinung nach, schon ziemlich gut Röntgen und Schallaufnahmen zuordnen, aber ich weiß natürlich nicht, wie es auszusehen hat, da war das emotional wirklich eine Stütze.

Ich durfte die Plazenta sehen, die Durchblutung der Gebärmutter, das Gehirn mit seinen Bereichen bewundern, das Herz samt Kammern und Klappen, den Gaumen, sogar die Zahnanlagen, das Zwerchfell, den Magen, das Gesicht mit seinen schmollenden Lippen, die Nase und ihre Löcher, die Hand und Finger, Oberarm- und Unterarmknochen, Füße, noch viel mehr und natürlich auch den für uns relevanten (Intim-)Bereich. Und hier war der Kleine so ganz anders als sein Bruder bei der Frauenärztin damals. Äußerst schüchtern, aber Frau Doktor wusste, wie sie an die interessanten Stellen kam und stellte fest, das alles gut ist. Alles, wie es sein sollte!

Plumps – ein ganzer Himalaya vom Herzen gepurzelt!

Dann durften auch meine Männer dazu kommen, bei dem sich der Große von beiden natürlich schon Sorgen gemacht hatte, weil es so lange gedauert hatte. Sie schallte dann noch was, damit Papa auch noch was live sehen durfte und schon  waren wir wieder glücklich vor der Praxis und sagten erstmal den Großeltern Bescheid.

Die Ärztin sagte noch im Abschlußgespräch, das es sie wirklich wundern würde, wenn mit unserem Kind etwas (schalltechnisch gesehen) nicht stimmen würde.

Unser Großer hat alles ganz toll mitgemacht und hat sich wunderbar die Wartezeit mit Duplobauen beschäftigt, was auch schon mal sehr viel Wert war, gerade, weil wir im Gedanken natürlich oft woanders waren.

Im Abschluß kann ich die Praxis dort nur empfehlen, falls jemand also eine im Bonner Raum sucht, gebe ich gerne weiter Informationen weiter. 

Ich bin einfach nur dankbar…

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