Unsere kleine Familie war zu Besuch bei alten Freunden, die etwas weiter entfernt wohnen, so dass man sich nicht so häufig sieht.
Sie wohnen wunderschön auf einem recht großen Grundstück mit niedlichem Häuschen mit Hund, Katzen und zwei Ponys – einfach herrlich!
Nach einem schönen Tag dort, verabschieden wir uns, zuerst von den Ponys, danach vom Hund und von unseren Freunden.
Wir steigen ein und machen uns auf die Heimreise, die etwas länger dauert, da das Wetter unheimlich schlecht ist. Es regnet, es stürmt, es schneit, es ist stockduster und immer wieder fürchterlich schlecht beschilderte Baustellen, bei der uns eine fast in einen Unfall verwickelt. Wir tuckern also mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 80 km/h gen Heimat.

Auf halber Strecke, der Sohn ist länger eingeschlafen, ruft unsere eben noch besuchte Freundin an und fragt leicht scherzhaft, ob wir eine der Katzen zufällig eingepackt haben. Wir verneinen dies, denn wir hören definitiv kein Miauen, keine Katze randaliert, alles ist ruhig und wir denken uns nichts weiter.

Nach knapp eineinhalb Stunden erreichen wir endlich unser Heim. (Das Garagentor wurde kurz zuvor von meinem Vater repariert, so dass wir reinfahren können) Zur Sicherheit macht mein Mann das Tor zu, macht den Motor aus und dann hören wir es:

ein lautes, herzzerreißendes Miauen.

Wir schauen uns verdutzt an, räumen den Kofferraum aus. Keine Katze.
Wir schauen im Innenraum unter die Sitze. Keine Katze.
Ich denke in der Sekunde eher, das wir irgendwo unsere Katze in der Garage eingesperrt haben, aber mein Mann hat die richtige Idee beschließt, die Motorhaube zu öffnen und siehe da:
dort sitzt zusammengekauert auf dem Batterieblock eine Katze, die ich mir sofort schnappe und unter meine Jacke einkuschele.

Mein Mann rennt rein, holt einen unserer Transportkörbe und wir bringen das arme Tier ins Haus, nachdem ich unsere Katzen kurz wegsperre.
Kurze Rückmeldung an unsere Freunde, das wir einen Fahrgast mehr hatten und scheinbar alles gut gegangen ist und so ist es auch, sie frisst, trinkt, schmust, verhält sich völlig normal. Normaler, als wir es erwarten würden, wenn eine Katze irgendwo hinverschleppt wird.

Die Katze, die wir eine Minute noch vor der Abfahrt bei unseren Freunden gesehen haben, ist wohl von unter dem Auto zum (kalten) Motor hochgeklettert und hat so eine Spritztour mit uns gemacht. Über Autobahn, Landstrasse, über eine Stunde lang, unter der Motorhaube sitzend.

Es ist einfach unglaublich und wir kamen nicht mehr aus dem Kopfschütteln heraus, da diese Geschichte so unglaublich gut ausgegangen ist.
Der Katze fehlte bis auf ein paar angekokelte Hinterbeinhaare nichts.

Ich bin sicher, das hat ihr ein paar Leben auf ihrem Katzenlebenkonto gekostet, aber wie der Rheinländer so schön sagt:
„Et hätt noch immer jot jejange“ – „Es ist noch immer gut gegangen“

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