„So gab es die Mär‘ von dem Mann, den nie einer gesehen hat. Er schleicht in die Häuser, in die Zimmer der Kinder. Er nimmt sich nur das, was das Kind nicht mehr braucht und andere Babys viel dringender benötigen. Er fragt nicht nach, denn es ist ein gar kostbares Gut, das kaum einer freiwillig überlässt. Niemand hat ihn gesehen, doch er hat einen Namen – Schnullermann!“
(Hier dramatische Musik einfügen – *Daaaam dam daaaaaam*)

Und da kommt die olle Pottsau doch einfach bei uns vorbei und nahm einfach so die Schnuller mit, um sie anderen kleinen Kindern zu schenken, die sie dringender brauchten. Ich kannte ihn vorher auch nicht, aber er entsprang in der Erklärungsnot meinen müden Gedanken.
So düster lautete meine Geschichte jedoch nicht, die ich dem Kleinen erzählt habe, aber ich hatte zuvor nach und nach den Nuckel-Konsum ( der iÜ erst mit dem Abstillen kam) reduziert, weil es zuletzt immer wieder Stress gab, wenn er ihn nach dem Aufstehen weglegen musste.
Hier muss ich aber dazu schreiben, das die Entwöhnung (von Ganztags auf Schlafenzeit, von Schlafenszeit auf nur nachts, von 2 auf 1) in einem relativ langem Zeitrahmen passierte…
Jedenfalls hat es mir nach einem morgendlichen Schnuller-Disput zwischen Mann und Kind endgültig gereicht und ich beschloss den Versuch, abends Tabula rasa zu machen.
Abends fragte das Kind nach dem Zähneputzen nach seinem Schnuller, worauf ich sagte, das ich ihn nicht hätte. „Und wer hat ihn?“ lautete die nicht unpfiffige Antwort meines Filiius. Ja, wer hat ihn? Befreundete Babys schieden aus, weil ich verhindert wollte, das diese in den Schnuller-Krieg einbezogen wurden… Also plöppte es schneller heraus als ich überlegen konnte. Der Schnullermann hat ihn, er hat ihn genommen um den Schnuller einem Baby zu geben, das ganz dringend einen brauch und keinen hat.
Gut, die Idee fand er natürlich im ersten Blick nicht so super und er musste schon noch was schimpfen, aber es ging völlig ohne Probleme ins Bett. Seitdem wurde noch beim Bettgehen zweimal nachdem Schnuller gefragt, aber selbst beantwortet, das er Schnullermann ihn hat.
Und wir waren verwundert, dass das so gut geklappt hatte. Hätte ich gemerkt, das er daran zu knabbern hat, hätte ich den Versuch sofort abgebrochen. Aber an dieser schnellen und problemfreien Abnabelung konnte ich sehen, was ich vermutet hatte, das dies beim Kleinen inzwischen nur eine dumme Angewohnheit war.

Jedes Kind hat seine Zeit, seine Ideen und seine Bedürfnisse. Ein alter Krabbelkollege hat seinen Schnuller im Urlaub den Fischen ins Meer geworfen. Ein anderes Kind hat aus Versehen den Schnuller ins Klo geworfen, der ist nun auch auf dem Weg ins Meer. Es gibt Schnullerbäume an denen sie lieb gewonnene Begleiter aufgehangen werden, es gibt die Geschichte der Schnullerboxen, deren Inhalt an Tierbabys verschenkt werden soll.

Viele wundervolle Ideen, um den Abschied leichter zu gestalten, bei uns kam er in Gestalt des Schnullermannes. (Der sich den Teilzeitplatz i.Ü. mit der Schnullerfee teilt)

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