Es ist Sonntag.
Ich habe mittags gekocht, nachmittags sind wir zum ersten Geburtstag eines Krabbelkollegen eingeladen. Ich merke, wie mein Magen motzig wird. Im Kopf gehe ich alles durch, was ich gegessen habe. Laktose schließe ich aus. Das Essen war frisch zubereitet, hat mir zwar nicht geschmeckt, aber es war frisch. Ich schiebe es auf die Nervosität, die ich eventuell haben könnte. (Es gab eine Zeit, da war alles für meinen Magen aufregend. Wegfahren? Uuuuh! Besuch bekommen? Uuuuuuh! Egal was? Uuuuuh! Fürchterlich!) Also mich persönlich für bekloppt gehalten, Grummeln ignoriert und gut ist.
Auf dem Rückweg des Geburtstages krampft mein Magen wieder. Diesmal heftiger. Ich gehe davon aus, dass ich das Mittagessen irgendwie nicht vertragen habe und schiebe die Schuld auf Zwiebeln und Knoblauch. Es wird leider nicht besser. Mein Mann übernimmt den Kleinen. Die Nacht wird fürchterlich. Ich kann nicht wirklich schlafen, habe tierische Bauchschmerzen.
Völlig gerädert gehe ich in den nächsten Tag und hoffe, dass ich ein braves Kind haben werde, was auch eintrifft. Ich rette mich durch den Tag, es wird besser, aber es steckt noch in den Knochen, ich kann nichts essen, weil, mir bei dem Gedanken schlecht wird und mir dadurch die Kraft fehlt.
Kein Erbrechen, kein Durchfall, kein Fieber.

Es ist Dienstag.
Ich legen den Kleinen in sein Bett zum Mittagsschlaf und er schläft brav ein. Eine Stunde später höre ich ihn weinen und gehe davon aus, dass der Schnuller außer Reichweite ist. Ich finde ein fieberndes Kind in Höhe von 38,5 vor, was zu Recht äußerst ungehalten ist. Ich habe die Zähne in Verdacht.
Nach Rücksprache mit dem Papa gebe ich ein Zäpfchen, was aber nach kurzer Zeit wieder den Weg nach draußen findet. Nachschieben möchte ich nicht, weil ich ja nicht weiß, wie viel im Körper angekommen ist. Wadenwickel geht nicht, weil Hände und Füße kalt sind.

Ich gehe mit dem Kleinen was an der frischen kühlen Luft spazieren, das Verhalten ist normal, daher verspüre ich keine Panik. Der Kleine isst zwar nicht viel, aber Kekse gehen z.B. noch rein.
Die Kekse finden leider mit einem Schwall Wasser den Weg wieder nach draußen. Kann passieren, der Würgemechanismus ist hier bei Krümeln o.ä. noch sehr ausgeprägt.
Das Fieber steigt. Ich werde unruhig, der Kleine fängt an zu wimmern, ist müde, will aber nicht schlafen oder kuscheln, also versuche ich meine Idee, die Manduca. Und es klappt. Nach einiger Zeit schläft das Häufchen Elend bei mir auf dem Bauch liegend ein. Bis er kurze Zeit später schreiend aufwacht, ich will ihn auf dem Arm beruhigen. Dann bricht es wörtwörtlich aus ihm heraus und ich bin von oben bis unten, vom Gesicht an bis zu den Socken, vollgegöbelt.
Jetzt ist der Panikmodus aktiv. Ich rufe beim Kinderarzt an und kann hin. Beim umziehen wird wieder gegöbelt, aber ich habe danach ein wieder halbwegs „normales“ Kind im Arm bei der Rezeption. Hier bekomme ich Fiebersaft und Zäpfchen gegen Übelkeit.

Der Fiebersaft hilft in der Nacht soweit ganz gut, zumindest so, dass er durchschläft. Den nächsten Tage muss ich einmal am Tag das Zäpfchen geben, denn Essen kommt gerne postwendend wieder heraus. Nach ein paar Tagen ist der Spuk (Spuck) vorbei und wir hören von einer Krabbelkollegen, den wir Freitags zuvor besucht haben, dass dort zeitgleich ähnliches vorgefallen ist.
Fieber und Erbrechen. (Durchfall können wir beide nicht sagen, weil die Jungs vermehrt die Flasche bekommen haben, weil schlecht gegessen wurde)

Hierbei sieht man aber, wie unterschiedlich sich ein Virus zeigen kann. Die Verbindung zu meinem heftigen Unwohlsein und seiner Übelkeit hatte ich, bis zu der Info, dass es bei Bekannten auch passiert ist, nicht gesehen.

Noch als Hinweis: dies ist kein medizinischer Ratgeber, er ersetzt keinen Besuch beim Arzt, noch besitze ich vertiefte medizinische Kenntnisse. Im Zweifel also bitte immer einen Fachmann, eine Fachfrau kontaktieren!

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