Ich war anfangs ja kein großer Freund des Stillens.
Immer wieder waren die Brüste schmerzhaft hart, immer wieder habe ich nachts durchgemilcht, ich musste mich dauernd nachts umziehen und die Bettwäsche dauernd waschen, weil die besten Stilleinlagen die Sturzbäche an Milch einfach nicht halten konnten.

Ich weiss noch, wie ich als frische Mama, klatschnass voller Milch, heulend nachts im Bad gestanden habe, weil ich mich einfach nur dreckig und elend gefühlt habe, oder wie mir fies wurde, wenn die Milch am Stillhütchen vorbei, Richtung Rücken oder auf die Hose lief…
Nun hat sich das ganze so entwickelt, dass je mehr beigefüttert wurde, immer weniger an der Brust getrunken wurde…und langsam wurde es erträglich, das Stillen.
Endlich konnte ich die günstigen Stilleinlagen nutzen, inzwischen geht es sogar ganz ohne.
Es war fürchterlich, ich musste fast ein Jahr durchgehend einen BH tragen, Tag wie Nacht.

Und jetzt?
Seit ca einer Woche müssen wir die Flasche geben, weil es einfach nicht mehr reicht und ich bin ein wenig traurig und enttäuscht, aber auch ein wenig befreiter. Mir ist zwar klar, dass ich den Kleinen nicht ewig stille, aber ich hoffte, dass ich diesen Prozess bewusst steuern dürfte und nicht, das mein Körper einfach nicht mehr mit der Milchproduktion hinterherkommt. Zumindest das erste Jahr wollte ich stillen.
Nun braucht mein kleiner Junge mich nicht mehr ganz so dringend…denn Papa kann die Flasche auch super geben und das gibt mir meine Freiheit wieder, die andere befreundete Mütter mit ihren Flaschenkinder längst wiedererlangt haben, denn abpumpen war nie meins…

Freiheit!
Ich brauche nachts keinen BH mehr tragen,
ich muss keine blöden Stillhütchen mehr nutzen oder auskochen,
ich kann wieder meine alte Wäsche (Körbchengröße adé) anziehen, weil sie wieder passt,
ich muss nicht mehr dauernd die Stilleinlage sortieren, weil sie verrutscht sind,
ich muss den Kleinen nicht mehr ins Bett bringen,
ich müsste nachts nicht mehr aufstehen…

Ich bin aber noch immer seine Mama und das 24/7!

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