Als ich müde vom CTG zurückkomme und meinem Mann den neusten (alten) Stand der Dinge übermittle ist es „ruhig“ auf der Station. Die Schwester bringt mir noch neue Medikamente für den kommenden Tag und Buscupan für die heutige Nacht.

Es ist nach 22 Uhr, als ich mir meine Podcasts und Hörspiele zum einschlafen zusammenstelle und ich versuche zu schlafen. Nebenan schreit ein Säugling, irgendein Gerät gibt nach und nach immer mal wieder Warntöne von sich – vielleicht von dem Säugling, der an angeschlossen ist. Genau weiss ich es nicht, aber ich bin froh, alleine im Zimmer zu liegen und zu tun und zu lassen, was ich mag, denn ich bin nicht auf der Gynäkologischen Station, sondern bei den Wöchnerinnen und ihren Babys gelandet. Das Schreien und das Piepen hatte mich ja schon die ganze Zeit davor begleitet, also nichts neues soweit.

Irgendwann gibt mein Körper und Geist nach und ich schlafe tatsächlich ein.

Um ca.1 Uhr gab es grosses Gerenne im Gang, dass ich schon dachte, der Frühstückswagen wäre unterwegs. Ich freute mich, dass ich scheinbar durchgeschlafen habe und stelle mit dem Blick auf den Wecker im Gedanken laut fluchend fest, dass es nicht mal ansatzweise morgens ist und ich, trotz fürchterlicher Müdigkeit, nicht durchgeschlafen habe. Schon die zweite Nacht in Folge… Ich muss an das Lied von Faithless denken: “ I can´t get no sleep“. Ich will in mein Bett, ich will nach Hause und ich will vor allem zu meinem Mann.

Der Rest der Nacht findet fast im Stundentakt statt, weil ich häufig zum Klo aufstehe, ich beim Umdrehen jedes Mal wach werde, weil unser Bett und unser Bettlaken daheim größer ist und weil der Kleine inzwischen wohl so ungünstig liegt, dass ich ohne Bauchstütze Schmerzen auf der Seite verspüre und alles ist noch empfindlich im Unterbauch.

Diesmal war meine Nacht offiziell um halb 7 Uhr vorbei, als mich wieder die morgendliche Untersuchung ereilt. Der Blutdruck ist wie immer sonst hoch, Körpertemperatur wieder normal. Ich beschliesse die bescheidene Nacht hinter mir zu lassen und duschen zu gehen.

Ich packe meine Sachen, warte auf meinen Mann, auf das Frühstück und auf das was kommen wird, nämlich ein erneutes CTG und ein Ultraschall. Wenn alles passt darf ich dann nach Hause, endlich, laut Chefarzt wäre das sogar schon alles am Vormittag erledigt.

Und weil diese Geschichte ein glückliches Ende hat, wird beim CTG und beim Ultraschall nichts festgestellt, was gegen eine Entlassung gesprochen hat. Keine Wehen, kein Problem mit dem Gebärmutterhals. Der Kleine Mann liegt nun komplett auf meiner rechten Seite, aber immer noch brav mit dem Kopf im Becken.

Aber schönste Nachricht ist, dass ich nach Hause darf. 🙂

Als wird dort ankommen, übermannen mich wieder meine Gefühle und ich habe Tränen in den Augen, denn:

„Es ist nirgends schöner als zu Hause.“

Fazit:

Das Krankenhaus, welches ja auch durch die Beleghebamme unser Geburtskrankenhaus wird, macht auf uns einen sehr guten Eindruck. Das Personal ist sehr nett und hilfsbereit, die Zimmer sind recht groß und die Station ist nicht heruntergekommen.

Das Essen ist überraschend gut. Vor allem scheinen die das hier wirklich mit der Laktoseintoleranz zu verstehen, ich hatte sogar einen laktosefreien Joghurt von Schwarzwaldmilch (ehemals mir bekannt als Breisgaumilch) zum Abendessen. Ich meine, klar, es ist ein Krankenhaus, gerade die sollten das ja wissen, aber ich habe mir echt Gedanken gemacht, wie ich die Tage hier bei der Geburt vernünftig überstehen soll, wenn die Essensfallen hier lauern. 🙂

Wir haben uns dort gut aufgehoben gefühlt und wir wissen, was uns bei der Geburt vom Umfeld her erwarten wird und das nimmt schon einmal ein wenig den Schleier der Unwissenheit.

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