„Ihre Katze hat Diabetes und eine Bauchspeicheldrüsenentzündung!“

So lautete die erschreckende Nachricht, die ich gestern von der Tierärztin am Telefon erhalten habe, ich möge bitte noch schnell in die Sprechstunde kommen, um alles zu besprechen.

Aber um vorne anzufangen muss ich erwähnen, dass ich Samstag „spontan“ zu unseren Tierärztinnen gefahren bin, weil unsere Tigerin die letzte Zeit häufig gebrochen hat und einen unstillbaren Hunger und Durst entwickelt hatte. Gut, unsere Tigerin hatte immer die Tendenz schnell zu brechen („zu warm“, „zu kalt“, „zu aufregend“, „zu ablenkend“,…) aber die letzte Zeit hatte das wirklich zugenommen, aber der Hunger und das ständige Trinken hatte uns skeptisch gemacht.

Nun waren wir Samstag und Montag beim Tierarzt, Samstag zum vorstellen des Problems und Montag nüchtern für eine Blutprobe und Abgabe von Urin (das war ein Spaß daheim… 😦 ). Nun haben wir gestern das erschütternde Ergebnis erhalten, dass die Tigerin Diabetes und eine Bauchspeicheldrüsenentzündung hat.

Die TÄ hat sich sehr viel Zeit für mich genommen, um mir alles zu erklären, aber leider wurde es nach und nach für mich schlimmer, als ich es mir gedacht habe. Ich musste mich schon auf dem Hinweg und in der Praxis zusammenreissen nicht zu weinen, aber als ich dann im Auto wieder Daheim in der Garage war, war es dann endgültig aus mit meiner Beherrschung.

Die Nacht war natürlich auch dementsprechend. Ich hätte sicherlich eh unruhig geschlafen, aber die Tigerin kam zweimal zu uns ins Bett gesprungen und brach ihr Abendessen…jetzt hatte die Katze die Nacht natürlich Kohldampf, aber ich wollte jetzt schon anfangen, die Katzen auf zwei feste Mahlzeiten am Tag zu trainieren, weil wir ja auch zweimal spritzen müssten. Ergo hatte ich die ganz Nacht immer wieder eine Fellnase im Gesicht hängen, die gefüttert werden wollte.

Jedenfalls haben wir beschlossen, erst die Entzündung mit Antibiotika(Amoxillin für 10 Tage)  in den Griff zu bekommen, da wir so wegen des Erbrechens überhaupt kein Insulin spritzen können, weil die Tigerin sonst unterzuckern würde. Immerhin klappt die Medikamentengabe ganz gut. Ich hoffe jetzt, dass die Medis nicht auch erbrochen werden.

Freitag werden wir mit der Tigerin noch einmal bei der Tierärztin vorbeischauen und sie zeigt uns dann, wie man die Spritzen zu setzen hat.

Ich habe große Sorge vor dem, was kommen wird. Zwar keine große Angst vor den Spritzen, sondern vor dem spritzen an der Katze und vor allem der möglichen Gefahr der Unterzuckerung. Und dann noch zweimal am Tag mit bestimmten zeitlichen Abstand. Ich habe Angst, dass das mit dem täglichen Urinmessen (zur gleichen Zeit! Sic!) nicht funktioniert, weil die Katze bekanntlich kein Hund ist, bei dem man mal eben den Teststreifen unterhalten kann. Ich habe Angst vor dem möglichen täglichen Blutabnehmen, weil ich sicher bin, dass die Tigerin das alles andere als lustig finden wird. Ich habe Angst vor Fehlern meinerseits, weil ein anderes (nicht sprechende) Lebewesen dafür büßen muss und das ist meine größte Besorgnis.

Ich werde mit dieser Angst lernen müssen zu Leben.

Jetzt hoffe ich vor allem, dass die Entzündung nicht chronisch ist und dass, (mit ganz ganz ganz viel Glück) wenn die Pankreas wieder fit ist, wieder genug Insulin produziert wird, dass der Blutzucker sich wieder fängt. Ich weiss nicht, in wie weit das tatsächlich möglich ist, aber das ist ein ganz winzig kleiner Strohhalm, an den ich mich gerade gedanklich kralle.

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